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AKTUELL Current Events

BENJAMIN HIRTE, UTE MÜLLER – DESPITE STRAIGHT LINES

Eröffnung / Opening: Samstag, 23. Jänner 2010 / Sat, Jan 23, 2010

Programm / Program: 14 h / 2 pm: Einführung / Introduction Maximilian Geymüller 16 h / 4 pm: Binär, Soundperformance

Unter dem Titel Despite Straight Lines widmet sich das aktuelle Ausstellungsgeschehen auf Schloss Hollenburg junger zeitgenössischer Plastik und Malerei: Benjamin Hirte (geb. 1980 in Aschaffenburg) präsentiert neue Skulpturen aus Holz, Papier, Gips und Metall, die in ihrer zurückhaltenden und materiell schlichten Erscheinung grundsätzliche Fragen der Bildhauerei berühren. Die einfachen Formen erwecken vielfach den Eindruck nur minimaler künstlerischer Gestaltung. Hirte variiert den Grad der Materialbearbeitung behutsam, sodass die resultierenden Objekte im Spannungsfeld zwischen plastischer Eigenständigkeit und Anleihen aus dem Möbeldesign, der Geschichte der Bildhauerei sowie der Sphäre alltäglicher Gebrauchsgegenstände nicht zur Ruhe kommen. Die Kargheit der Skulpturen bewirkt zudem eine poetische Entrückung, die das grundlegende konzeptuelle Vorhaben, die Bedingungen der Produktion und Wahrnehmung von Skulptur zu untersuchen, um eine schöpferische Dimension erweitert. Die in breiter Graupalette geschaffenen Kompositionen von Ute Müller (geb. 1978 in Graz) bewegen sich zwischen konkreter und abstrakter Malerei. Ausgehend von der Abbildung einfach konstruierter Fundobjekte entwickelt sich in der Ebene der Gemälde ein scheinbar freies Spiel unterschiedlich dunkler Flächen und Linien, in dem sich perspektivische Orientierbarkeit zunehmend auflöst und die Formen bruchstückhaft und überlagert zurückbleiben. Die Verwendung nicht vollständig deckender Ei-Tempera-Farbe hat zur Folge, dass der mehrstufige Malprozess zu erkennen ist und die Bildelemente aus den komplexen Grauschichten des Grundes langsam hervorzudringen scheinen; manche verbleiben in der Tiefe und versetzen die Bildoberfläche in pulsierende Unruhe. In diesem prozessualen Vorgehen, das die Problematik des Abbildens, das Verhältnis von Figur und Grund sowie die Rolle des Interpreten sichtbar macht, arbeitet sich Müller an zentralen Aspekten der malerischen Gattung ab. Der Titel der Ausstellung Despite Straight Lines bezieht sich auf die heutigen Schwierigkeiten und Herausforderungen eines vordergründig formalistischen Kunstansatzes. Die beiden Künstler üben sich bewusst in Zurückhaltung und konzentrieren sich auf grundsätzliche Vorgänge der Form, Umgebung und des Genres, gerade weil sie wissen, dass schöpferische Innovation und ein Abweichen von der Linie stets eine Beziehung und eine Rückkehr zu dieser Linie bedeutet. Maximilian Geymüller, 2010